Bibliothekssaal

 

Der Westflügel wurde um 1500 als Hauptgebäude (Palatium) der mittelalterlichen Burg errichtet. Er hatte einen hohen Keller, zwei Stockwerke mit Spitzbogenfenstern und darüber einen Geschützboden mit Schießscharten nach Westen. Das untere Stockwerk umfasste wahrscheinlich den großen Saal der Burg. Die heutigen Fensteröffnungen stammen vermutlich aus der Zeit Christians III. (ca. 1550) und wurden später erweitert, vielleicht im Rahmen des Umbaus durch Frederik IV. um 1720.


Die ursprüngliche Raumeinteilung ist nicht bekannt. Der älteste bekannte Grundriss von Koldinghus aus dem Jahre 1740 zeigt, dass der Saal nicht existierte, sondern dass ein Korridor von den Gemächern des Königs im Südflügel die Hofseite entlang zur Empore in der Kirche führte. An diesem Korridor lagen zahlreiche Zimmer für die höheren Hofbeamten.


Der Bibliothekssaal auf Koldinghus wurde von 1911-17 mit Interieur aus dem alten Gebäude der Königlichen Bibliothek in Kopenhagen eingerichtet. Säulen, Galerie und Bücherregale waren übrig geblieben, als das Bibliotheksgebäude 1909 zum Reichsarchiv umgebaut wurde.


Eine große königliche Bibliothek erhielt Dänemark sehr spät, und zwar durch König Frederik III., der von 1648-70 regierte. Von 1665-73 wurde neben dem Kopenhagener Schloss ein Gebäude errichtet, das die Bibliothek und die gleichzeitig gegründete Königliche Kunstkammer beherbergen sollte. Das Untergeschoss wurde für die Geschütze der Feldartillerie genutzt. Für die Bücher richtete der Bauherr Th. Walgensten (ca. 1627-81) einen Prachtsaal nach französischem Vorbild ein. Der Saal war 78 m lang und 11 m breit; an allen vier Seiten verlief eine Galerie, die von 66 korinthischen Säulen getragen wurde. Der Fußboden war mit schwarzem und weißem Marmor belegt, und die Decke schmückten drei große Plafondgemälde. Dieser Prachtsaal wurde 1909 abgerissen, und Teile seiner Materialien fanden an verschiedenen Orten Anwendung: Der Marmorboden befindet sich im Rittersaal von Schloss Christiansborg. Ein Teil der Säulen stehen im Festsaal des Nationalmuseums sowie in einigen seiner Ausstellungsräume. Die restlichen Säulen und die Galerie sind auf Koldinghus magaziniert.


1781-84 erhielt die Königliche Bibliothek zwei weitere Büchersäle. Der Architekt C.J. Zuber (1736-1802) gestaltete den einen Saal als Kopie von Walgenstens Büchersaal von 1673, während er den anderen mit schlichterem neoklassizistischem Inventar einrichtete. Diese beiden Säle befinden sich noch an ihrem ursprünglichen Platz im Reichsarchiv.


Nach der Auflösung der Königlichen Kunstkammer 1824 wurden deren Räume der Bibliothek überlassen. Nach dem Vorbild von Zubers zweitem Saal gestaltete der Architekt J.H. Koch (1787-1860) 1827 drei neue Büchersäle verschiedener Größe. Diese drei Säle verschwanden jedoch, als das Gebäude zum Reichsarchiv umgebaut wurde. Das Inventar aus J.H. Kochs Büchersälen kam nach Koldinghus, als 1911-17 der Westflügel hauptsächlich mit Materialien aus dem alten Bibliotheksgebäude in Kopenhagen restauriert wurde. Der Bibliothekssaal wurde zwar mit J.H. Kochs Inventar eingerichtet, ist aber eine „Nachahmung“ von Walgensteins monumentalem Büchersaal von 1673 in kleinerem Maßstab. Das Grundschema mit einer umlaufenden Galerie und Bücherregalen entlang den Wänden stammt von Walgenstein.


Bei einer späteren Instandsetzung des Bibliothekssaals schimmerte erneut das große Vorbild durch. Als der Saal um 1960 restauriert wurde, eröffnete sich die Möglichkeit, zwei ovale Deckengemälde aus dem 18. Jh. (mehr darüber) anzubringen, die von einem heute unbekannten Herrensitz stammten. Dazwischen kam ein kreisförmiges Feld mit dunklem Grund. Man erahnt die drei Deckengemälde des Vorbilds! Gleichzeitig wurde der gemusterte Holzboden aus grauen, schwarzen und roten Quadraten überstrichen – ein weiterer Versuch, sich dem Vorbild zu nähern. Dieser Anstrich des Bodens wurde 1978 entfernt.


Die drei Prismenleuchter aus dem beginnenden 19. Jh. sind ein Geschenk der Stiftung Ny Carlsbergfond. Der Saal bildet den Rahmen für die Porzellan- und Fayancensammlung des Museet på Koldinghus.


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